Marinefunksendestelle Rhauderfen

Marinefunksendestelle Rhauderfehn

Die Masten der Marinefunkstelle gehören zu den höchsten militärisch genutzten Bauwerken des kontinentalen Westeuropas. Sie stehen mit 352,8 Metern – seit der Sprengung der beiden 363 m hohen Sendemasten in Donebach am 2. März 2018 – auf Platz zwei der höchsten Bauwerke in Deutschland. Die acht rot-weißen Masten sind in einer Entfernung von mehr als 30 Kilometern zu sehen.

Das Gelände der Marinefunkstelle umfasst ein Gebiet von etwa 540 Hektar. Das gesamte Gelände ist von einem 12 km langen Sicherheitszaun umgeben und mit einem Wege- und Straßennetz von ca. 26 km Länge erschlossen.

Die besondere Leitfähigkeit des Westermoors spielte bei der Standortwahl eine wichtige Rolle. Der feuchte Boden ermöglicht die für die Abstrahlung von Längstwellen erforderliche gute Erdung, zudem können sich die Längstwellen aufgrund der flachen Geländestruktur optimal ausbreiten. Zur Herstellung einer Sendeverbindung zu getauchten Unterseebooten sind zum einen eine niedrige Sendefrequenz und zum anderen eine hohe abgestrahlte Sendeleistung erforderlich. Nur auf diese Weise ist die benötigte Empfangsfeldstärke zu erreichen. Aus technischen und wirtschaftlichen Überlegungen wurde die Antennenanlage als strahlungsgekoppeltes System errichtet. Um eine hohe Verfügbarkeit zu gewährleisten, ist die Sendeanlage doppelt vorhanden. Je zwei Antennengruppen mit je vier Antennen, zwei Schutzbauten und zwei Betriebszentralen.

Die gesamte Haustechnik mit der Luft- und Kühlanlage sowie die Wasser- und Stromversorgung sind derart ausgelegt, dass die Marinefunksendeanlage bei Störungen der öffentlichen Versorgung autark ist. Vier Dieselgeneratoren, einer davon als Reservesystem, im Untergeschoss eines jeden Schutzbaues, mit einer Leistung von je 550 kVA, übernehmen bei einem Netzausfall automatisch die komplette Energieversorgung. Im Normalfall wird die Energieversorgung der Sendeanlage durch eine 20-kV-Zuleitung aus dem öffentlichen Netz der EWE AG sichergestellt. Die Trink- und Brauchwasserversorgung wird vom öffentlichen Wasserversorgungsnetz gespeist. Bei einem möglichen Ausfall steht ein Trinkwasserbehälter bereit. Für Kühlkreisläufe, Löschanlagen und die sanitären Einrichtungen stehen je zwei Brunnen mit entsprechenden Pumpanlagen bereit.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Marinefunksendestelle_Rhauderfehn

 

 

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